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Neuigkeiten aus dem Bereich Digitales Marketing – 16. Juni – 30. Juni 2026

Neuigkeiten aus dem digitalen Marketing – 16. Juni – 30. Juni 2026 (Googles Spam-Update, Cannes Lions & mehr)

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Ende Juni gab es zahlreiche wichtige Neuerungen für Digitalmarketer. Vom 16. bis 30. Juni veröffentlichte Google ein neues Spam-Update, erweiterte das Performance-Reporting für generative Such-KI auf weitere Dienste und setzte die Anfang des Monats eingeführten Änderungen im Werbebereich fort. Gleichzeitig kündigte Meta auf dem Cannes Lions Festival einen neuen KI-gestützten Kreativarbeitsbereich an, Instagram weitete die Tests seines AI Creator-Labels aus und Chrome führte die automatische Browser-Funktion für Android-Nutzer ein. 

Gleichzeitig verstärkten neue Verkehrsdaten die bestehenden Bedenken hinsichtlich sinkender Klickraten und warfen weitere Fragen darüber auf, wie sich der suchmaschinengetriebene Traffic entwickeln könnte und was dies für die SEO und die Performance von Inhalten in Zukunft bedeuten könnte.

Für Marketingteams und Agenturen kann es eine Herausforderung sein, mit diesen Änderungen Schritt zu halten. Deshalb wollen wir diese Neuerungen genauer betrachten und sehen, was jede einzelne für Ihre SEO-, PPC- und Content-Strategie im Hinblick auf die zweite Jahreshälfte bedeutet.

Googles Spam-Update vom Juni 2026 

Das größte Update im Suchbereich in diesem Zeitraum war Googles Spam-Update vom Juni 2026. Google startete die Verteilung am 24. Juni um 9:00 Uhr pazifischer Zeit; die offizielle Benachrichtigung erschien kurz darauf im Suchstatus-Dashboard. Das Update galt weltweit für alle Sprachen und war bis zum 26. Juni vollständig ausgerollt, sodass die gesamte Dauer etwa zwei Tage betrug.

Das Update vom März konzentrierte sich ebenfalls auf Spam und war innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen, während das Spam-Update vom August fast vier Wochen in Anspruch nahm. Das Update vom Juni spiegelt das kürzere und schnellere Bereitstellungsmuster wider, das Google für diese Art gezielter Updates verwendet.

Obwohl keine neuen Richtlinien zum Thema Spam veröffentlicht wurden, gab es offenbar Neuerungen bei SpamBrain, dem von Google verwendeten System für maschinelles Lernen zur Erkennung von Inhalten, die gegen die Spam-Richtlinien verstoßen. 

Websites, die zwischen dem 24. und 26. Juni einen Rückgang des Rankings oder des Traffics verzeichneten, sollten diese Daten in ihren Analysedaten deutlich vermerken, die betroffenen Seiten mit den veröffentlichten Spam-Richtlinien von Google vergleichen und sicherstellen, dass diese Auswirkungen von anderen Aktualisierungen oder Änderungen, die später im Monat erfolgten, unterschieden werden.

Bei diesem Spam-Update sind zwei wichtige Punkte zu beachten. Erstens: Die Erholung nach einem Spam-Update ist selten schnell erledigt. Google hat erklärt, dass die Systeme unter Umständen Monate benötigen, um Verbesserungen zu bewerten. Websites, die ein Anti-Spam-Signal auslösen, sollten daher keine sofortige Erholung erwarten, selbst nachdem sie die Spam-Maßnahmen bereinigt haben. Zweitens: Google hat keine spezifischen Arten von Websites oder Inhalten identifiziert, die betroffen sind. Das bedeutet, dass sich etwaige Muster bei Gewinnen oder Verlusten erst zeigen werden, wenn SEO-Experten in den kommenden Wochen Leistungsdaten sammeln und vergleichen.

Mehr Nutzer wurden über KI-Berichte der Google Search Console erreicht. 

Am 23. Juni bestätigte Google die breitere Einführung seiner Leistungsberichte zur generativen Such-KI in der Google Search Console. Die Berichte, die ursprünglich am 3. Juni für eine begrenzte Testgruppe mit internationalem Traffic veröffentlicht wurden, bieten nun einen umfassenderen Einblick in die von KI-Übersichten und dem KI-Modus generierten Impressionen sowie in die spezifischen URLs, die angezeigt werden.

Die aktualisierten Berichte enthalten außerdem Aufschlüsselungen nach Land, Gerätetyp und Zeitraum mit Unterstützung für stündliche, tägliche, wöchentliche und monatliche Ansichten, wodurch Website-Betreiber ein detaillierteres Bild davon erhalten, wie ihre Inhalte in KI-gestützten Suchergebnissen dargestellt werden.

Die Berichte zeigen zwar Impressionen an, nicht aber Klicks. Dies ist eine wichtige Lücke, denn die Berichte zeigen zwar, wann Inhalte in KI-gestützten Suchergebnissen erscheinen, aber nicht, ob diese Impressionen tatsächlich zu Website-Besuchen führen. Dieses fehlende Puzzleteil hat die anhaltende Debatte unter Publishern darüber angeheizt, ob KI-Übersichten den organischen Traffic reduzieren, den Seiten mit hohem Ranking traditionell erhielten.

Für SEO-Teams liegt der größte Vorteil dieses Updates im Zugriff auf Googles eigene Daten zur Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchergebnissen. Bevor diese Berichte verfügbar waren, mussten sich die meisten Marken auf Drittanbieter-Tools verlassen, die KI-Erwähnungen durch Testen von Suchanfragen und anschließende Analyse der Ergebnisse schätzten. Marketer verfügen nun über eine offizielle Quelle, um zu messen, wie ihre Inhalte in KI-gestützten Suchergebnissen erscheinen.

Google hat außerdem angedeutet, dass auf Basis von Feedback zusätzliche Berichtsfunktionen geplant sind; das Unternehmen hat jedoch noch nicht bekannt gegeben, wann oder ob Kennzahlen wie KI-generierte Klicks oder detailliertere Attributionsdaten hinzugefügt werden.

Bing hat neue KI-Leistungseinblicke für Website-Betreiber hinzugefügt.

Am 16. Juni erweiterte Microsoft den Bereich „KI-Leistung“ in den Bing Webmaster Tools und gab den Nutzern damit mehr Einblick, wie ihre Inhalte in KI-generierten Antworten erscheinen.

Das Update führte mehrere neue Berichtsfunktionen ein, darunter:

  • Absichten, die erläutern, warum eine Seite für eine Copilot-Antwort ausgewählt wurde, z. B. für Informations-, Werbe-, Navigations-, Forschungs-, Erstellungs- oder lokale Anfragen.
  • Themen, die verwandte Bodenabfragen in Kategorien wie Einkaufen, Retouren und Werbeaktionen gruppieren.
  • Zitat teilen, wobei der Prozentsatz der Zitate, die eine Website erhalten hat, mit allen Zitaten für dieselbe Suchanfrage verglichen wird.
  • Vergleichen, wodurch die Benutzer die aktuelle Leistung mit einem früheren Zeitraum vergleichen können, um Veränderungen im Laufe der Zeit zu erkennen.

Zusammengenommen stellen Microsofts Update und Googles erweiterte KI-Berichterstattung einen wichtigen Meilenstein dar und liefern zuverlässige First-Party-Daten für die Festlegung von Benchmarks, die Messung der Leistung und die Unterstützung von SEO- oder GEO-Strategien (Generative Engine Optimization).

Künstliche Intelligenz stand im Mittelpunkt der Cannes Lions (22.-26. Juni).

Die diesjährige Veranstaltung bot sechs thematische Schwerpunkte sowie das neue Programm „Cannes Lions Deconstructed“. Für Digitalmarketer waren die wichtigsten Neuerungen die Ankündigungen großer Technologieplattformen und Werbeagenturen. KI-gestützte Kreativtools dominierten die Veranstaltung, wobei zwei Updates aufgrund ihres potenziellen Einflusses auf Marketing-Workflows besonders hervorstachen.

KI-Kreativarbeitsbereich von Meta

Während der Filmfestspiele von Cannes am 23. Juni präsentierte Meta einen neuen KI-gestützten Kreativarbeitsbereich. Dieser vereint Content-Erstellung, Tests und Übersetzung an einem Ort und bietet Werbetreibenden so eine effizientere Möglichkeit, ihre Kreativprojekte zu verwalten.

Anstatt im Anzeigenmanager zwischen verschiedenen Tools wechseln zu müssen, können Nutzer jetzt über eine einzige Oberfläche Anzeigenvarianten erstellen, unterschiedliche Werbekonzepte testen und Kampagnen für verschiedene Sprachen und Märkte anpassen. Der neue Arbeitsbereich ist zudem in den Meta Business Agent integriert, wodurch sich der gesamte Prozess einfacher verwalten lässt, ohne die Plattform verlassen zu müssen.

Ein neues Creator Marketing Hub wurde angekündigt, das Marketern eine zentrale Anlaufstelle bietet, um Kreative zu finden, Kooperationen zu verwalten und Zahlungen plattformübergreifend abzuwickeln. Meta betonte, dass Werbetreibende nun anhand eines einfachen Briefings Bilder, Videos und Reels-fähige Anzeigen generieren können. Dies demonstriert die Leistungsfähigkeit von KI und wie sie Zeit und Kosten im kreativen Produktionsprozess reduzieren kann. 

Wie wir bei vielen KI-Plattformen gesehen haben, ist die Qualität KI-generierter Inhalte noch immer uneinheitlich. Es empfiehlt sich, KI-generierte Anzeigen mit realen, von Menschen erstellten Versionen zu vergleichen, bevor das Werbebudget erhöht wird, um die bessere Performance (und Lesbarkeit) zu ermitteln. Für Agenturen und Marken mit bereits etablierten und klar definierten visuellen Identitäten dürfte der neue Arbeitsbereich vor allem als Werkzeug zur Produktionsbeschleunigung dienen, nicht aber als Ersatz für kreative Strategien oder menschliche Kontrolle.

Instagram verstärkt die Tests für KI-gestützte Creator-Labels

Instagram hat bestätigt, dass ein neues Profillabel für Content-Ersteller getestet wird, die KI-generierte Inhalte erstellen. Berechtigte Nutzer können sich als „KI-Creator“ kennzeichnen; das Label erscheint dann neben ihrem Profilnamen. Die Einstellung lässt sich im Profilbearbeitungsmenü aktivieren oder deaktivieren.

Dies sorgt für mehr Transparenz auf Kontoebene, anstatt sich nur auf KI-Kennzeichnungen einzelner Beiträge zu verlassen. Marken erhalten dadurch zudem einen klaren Hinweis darauf, dass ein Creator regelmäßig KI-generierte Inhalte erstellt, was zukünftige Partnerschaftsentscheidungen beeinflussen kann.

Android erhält die automatische Browserfunktion von Chrome.

Die Chrome-Funktion „Auto Browse“, die bereits im Mai angekündigt wurde, wurde erst Ende Juni für Android-Geräte eingeführt. Dank der Gemini-Architektur kann sie mehrstufige Aufgaben wie das Anfordern von Kostenvoranschlägen, das Buchen von Terminen oder das Reservieren von Zimmern automatisieren. Aktuell ist sie für das Google Pixel 10 und das Samsung Galaxy S26 verfügbar. Google versichert jedoch, dass die Funktion im Laufe des Jahres 2026 auch für weitere Android-Geräte ausgerollt wird.

Wichtig zu beachten ist, dass agentic auto browse keine separate herunterladbare App ist, sondern eine Funktion innerhalb von Chrome, und dass Google Android als „intelligentes System“ und nicht als traditionelles Betriebssystem neu positioniert hat.

Wenn ein KI-Agent Schwierigkeiten hat, einen Bezahlvorgang abzuschließen, ein Lead-Formular abzusenden oder gar einen Buchungsprozess zu durchlaufen, wechselt er möglicherweise einfach zu einer anderen Website, ohne in den herkömmlichen Analysemethoden eine klare Spur zu hinterlassen. Dies würde Marketingteams aufgrund der massiven Auswirkungen auf Website-Design und -Performance Kopfzerbrechen bereiten.

Da KI-gestütztes Surfen immer beliebter wird, sollten Unternehmen, die auf Online-Konversionen angewiesen sind, in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 unbedingt prüfen, ob ihre Websites sowohl für menschliche Besucher als auch für KI-Agenten zugänglich sind und sicherstellen, dass sie sich entsprechend anpassen.

Verwirrung führt zu tiefgreifender Forschung

Am 19. Juni erweiterte Perplexity AI Perplexity Computer um Deep Research. Diese Lösung ist für komplexere, mehrstufige Rechercheaufgaben konzipiert und erstellt detaillierte Berichte mit Quellenangaben anstatt nur kurzer Antworten. Perplexity positioniert sich damit als führendes Werkzeug für Fachleute, die tiefgreifende Analysen und umfassende Recherchen benötigen – und nicht nur als KI-Plattform für alltägliche Fragen.

Neben dem Forschungsaspekt ist Deep Research für SEOs und Digitalmarketing-Teams besonders interessant, da es Zitationsquellen anders auswählt als Suchmaschinen für Kurzantworten. Lange, mehrquellenbasierte Suchanfragen greifen auf ein breiteres Spektrum an Seiten zu. Dadurch können Nischeninhalte mit Autorität, die in KI-gestützten Einzelantworten selten auftauchen, nun in Deep-Research-Berichten als zitierte Quelle erscheinen. Marken, die faktenreiche Inhalte erstellen, insbesondere im B2B-Bereich und in stark regulierten Branchen, sollten ihre Sichtbarkeit in den Ergebnissen von Perplexitys Deep Research testen.

ChatGPT sinkt unter 50 Prozent Marktanteil 

Zur Überraschung mancher berichtete TechCrunch zum ersten Mal überhaupt, dass ChatGPT von OpenAI weniger als die Hälfte der generativen KI-Nutzung der Nutzer ausmachte, und nannte mehrere Gründe für diesen Rückgang, darunter die stärkere Konkurrenz durch Googles Gemini, Anthropics Claude und Perplexity AI. 

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass einige erfahrene Nutzer mit den jüngsten Modelländerungen unzufrieden waren, während Konkurrenten durch die direkte Integration in Betriebssysteme und Webbrowser eine größere Sichtbarkeit erlangten, was den Zugriff und die Nutzung für die Verbraucher erleichterte.

Cloudflare meldet, dass der menschliche Webverkehr von Bots übernommen wurde.

Cloudflare berichtete kürzlich, dass Bots mittlerweile einen größeren Anteil des Web-Traffics ausmachen als menschliche Nutzer. Gemessen am HTTP-Anfragevolumen entfielen rund 57.5 ​​% des Traffics auf Bots, während echte Besucher etwa 42.5 % ausmachten.

Obwohl es keine völlige Überraschung war, hatten viele Brancheninsider erwartet, dass diese Übernahme durch Bots etwas später erfolgen würde, wobei ein Zeitpunkt um das Jahr 2027 als wahrscheinlicherer Zeitpunkt galt.

Änderungen bei den Google Ads-Gebotsregeln rücken näher an die Einführung heran

Googles Aktualisierungen der Gebots- und Budgetierungsfunktionen, die erstmals am 15. Juni angekündigt wurden, wurden in der zweiten Monatshälfte weiter eingeführt. Zwar wurden in diesem Zeitraum keine größeren neuen Funktionen eingeführt, doch dienten die darauffolgenden Wochen als Vorbereitung auf deren breitere Implementierung, wodurch Werbetreibende etwas mehr Zeit haben, sich auf die bevorstehenden Änderungen einzustellen.

Die Änderungen sind:

  1. Optimierung des Gebotsziels: Ab dem 17. August passt Google die Kampagnenoptimierung hinsichtlich des Ziel-CPA (tCPA) bzw. Ziel-ROAS (tROAS) an. Kampagnen, die ihre Ziele konstant übertroffen haben, werden stärker an die ursprünglich von den Werbetreibenden festgelegten Ziele angeglichen. Beispiel: Erzielt eine Kampagne einen Ziel-CPA von 10 US-Dollar, generiert sie aber Conversions im Wert von etwa 5 US-Dollar, optimiert das System künftig stärker auf den Zielwert von 10 US-Dollar. 
  2. Erweiterte Smart-Bidding-Analyse: Google erweitert die intelligente Gebotsanalyse über Suchkampagnen hinaus auf alle Performance Max-Kampagnen, die keine Produktfeeds verwenden. Für Shopping-Kampagnen wird außerdem eine separate Betaversion eingeführt.
  3. Werbemodus: Diese neue Beta-Funktion für Search- und Performance-Max-Kampagnen ermöglicht es Werbetreibenden, ihre Tagesbudgets vorübergehend zu erhöhen und die ROAS-Ziele während geplanter Ereignisse wie saisonaler Aktionen oder großer Schlussverkäufe anzupassen, wodurch Kampagnen in Spitzenzeiten mehr Nachfrage generieren können.

Eine separate Änderung bei der Anzeigenschaltung und Budgetverteilung trat am 1. Juni in Kraft. Ihre Kombination mit dem bevorstehenden Gebotsupdate am 17. August hat bei PPC-Teams Besorgnis ausgelöst. Kampagnen mit begrenztem Zeitplan, wie beispielsweise Kampagnen, die nur an Wochentagen laufen, werden nun mit dem gesamten Monatsbudget abgerechnet, anstatt nur mit dem Budget der aktiven Tage. In einigen Fällen kann dies zu monatlichen Ausgabensteigerungen von bis zu 98 % für betroffene Kampagnen führen.

Um Werbetreibende bei der Vorbereitung zu unterstützen, veröffentlicht Google am 6. Juli das Tool zur Anpassung der Gebotsziele. Mit diesem Tool können Marketer die Performance vergangener Kampagnen überprüfen und manuelle Zielanpassungen vornehmen, bevor das neue Gebotsverhalten in Kraft tritt. Für Agenturen, die Kampagnen betreuen, die ihre CPA- oder ROAS-Ziele regelmäßig übertroffen haben, ist der Zeitraum zwischen dem 6. Juli und dem 17. August entscheidend für die notwendigen Anpassungen. Ohne Änderungen könnten sich Kampagnen automatisch an Googles neue Optimierungsziele anpassen.

VidCon Anaheim und CommerceNext hoben wichtige Veränderungen im Creator- und Retail-Marketing hervor.

Zwei wichtige Branchenereignisse in diesem Zeitraum haben den umfassenderen Veränderungen, die wir in letzter Zeit in den Bereichen Suchmaschinenmarketing, Social Media und digitales Marketing beobachtet haben, einen größeren Kontext verliehen.

Die erste war die VidCon Anaheim , die vom 25. bis 27. Juni im Anaheim Convention Center stattfand und bei der Branchenführer, Kreative und Marketingfachleute zusammenkamen, um über den Wandel von kurzfristiger Videoreichweite hin zu längerfristigen Partnerschaften mit Kreativen und strukturierteren Markenkooperationen zu diskutieren.

Generative KI in der Content-Erstellung war natürlich ein heiß diskutiertes Thema, vor allem die Frage, wie Marken und Kreative ihre Strategien und Arbeitsabläufe anpassen können. Plattform-Updates zu Monetarisierungsoptionen, Förderprogrammen für Kreative und mehr Transparenz bei Markenpartnerschaften zählten zu den weiteren wichtigen Themen.

Die zweite Veranstaltung, die CommerceNext Growth Show , die am 23. und 24. Juni in New York City stattfand, konzentrierte sich auf Einzelhandelsmarken und den Direktvertrieb (DTC). Zu den Hauptthemen zählten KI-gestützte Einkaufserlebnisse, bezahlte Werbung und die Herausforderungen ihrer plattformübergreifenden Verwaltung.

Die zentrale Botschaft lautete, dass Retail Media nicht länger als Nischenkanal für Werbung betrachtet werden sollte, sondern mittlerweile ein Kernbestandteil des digitalen Marketings ist, genau wie Social Media und Suchmaschinenmarketing. Das bedeutet, dass Marketingverantwortliche ein kanalübergreifendes Messmodell benötigen, das Retail Media zusammen mit Suchmaschinenmarketing, Social Media und anderen digitalen Kanälen erfasst, anstatt es als isolierten Werbestrom zu bewerten.

Die Forrester CX Forums hoben die wachsende Rolle von KI im Kundenerlebnis hervor.

Forrester Research veranstaltete sein CX Forum East in New York City und sein CX Forum West in San Francisco. Beide Veranstaltungen brachten führende Experten im Bereich Kundenerlebnis zusammen, um über die Rolle der KI und deren Einfluss auf Serviceprozesse und Strategien zur Kundenbindung zu diskutieren.

Zu den wichtigsten Themen gehörten der praktische Einsatz von KI in Kundenservice-Teams, die Integration agentenbasierter Tools in Serviceprozesse und die schrittweise Verlagerung hin zur Messung von Geschäftsergebnissen anstatt sich nur auf einzelne Kundeninteraktionen oder Kontaktpunkte zu konzentrieren.

Weitere Daten zu Zero-Click-Anwendungen bestätigen dies.

Laut aktuellen Branchenzahlen endeten rund 68 % aller Google-Suchen ohne Klick. Dies ist ein Anstieg gegenüber anderen Daten aus dem Jahr 2024, die den Wert auf etwa 60 % bezifferten. Von den Suchanfragen, die zu einem Klick führten, landeten etwa 66 % auf einem organischen Suchergebnis, während rund 27 % die Nutzer auf Plattformen wie YouTube, Maps, Bilder, News oder im KI-Modus hielten. Die verbleibenden 6 % führten zu Klicks auf bezahlte Anzeigen.

Daher müssen die SEO-Erwartungen die sich verändernde Natur des Suchverhaltens ab 2026 widerspiegeln.

Britische Wettbewerbsbehörde erhöht Druck auf Google-Suche

Im Juni führte die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) neue Anforderungen an Google ein, die die Transparenz der Suche verbessern sollen. Google hat sechs Monate Zeit, Unternehmen klare Informationen über die Funktionsweise der organischen Suchergebnisse und der KI-gestützten Übersichten bereitzustellen und nachzuweisen, dass das Ranking-System fair und objektiv ist und Webseiten weder bevorzugt noch benachteiligt.

Die vorgeschlagenen Regeln würden über die traditionellen Suchmaschinenplatzierungen hinausgehen und KI-Übersichten einbeziehen. Außerdem müssten wesentliche Aktualisierungen der Platzierungen im Voraus angekündigt werden. Diese Änderungen könnten die Art und Weise, wie sich SEO-Teams auf Algorithmusaktualisierungen vorbereiten und wie sie auf unerwartete Änderungen der Suchleistung reagieren, grundlegend verändern.

Google aktualisiert seine Richtlinien zu LLMS.txt und KI-Inhalten

Im Rahmen einer Aktualisierung der ursprünglich im Mai veröffentlichten Richtlinien zur KI-Optimierung stellte Google klar, dass seine Suchsysteme keine speziell für große Sprachmodelle erstellten Dateiformate verwenden, darunter LLMS.txt-Dateien, KI-orientierte strukturierte Datenauszeichnungen und Markdown-Dateien, die ausschließlich für die Nutzung durch KI konzipiert wurden.

Diese Klarstellung ist dringend notwendig, da einige Experten für generative Suchmaschinenoptimierung (GEO) die LLMS.txt-Datei als unerlässliche Methode zur Verbesserung der Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchergebnissen propagiert haben. Googles Richtlinien stellen die Position klar: Die Verwendung einer LLMS.txt-Datei schadet der Leistung Ihrer Website in der Google-Suche zwar nicht, verbessert sie aber auch nicht.

Google will nicht, dass KI-Suchergebnisse durch bezahlte Markenerwähnungen manipuliert werden.

Während der Search Central Live Sydney 2026 riet Google den Teilnehmern davon ab, Markenerwähnungen zu kaufen oder künstlich zu erzeugen, um so die KI-Übersichten, den KI-Modus oder andere KI-generierte Suchergebnisse für SEO-Zwecke zu beeinflussen.

Google stellte klar, dass die Verwendung solcher Taktiken zur Manipulation KI-gestützter Suchfunktionen nicht erwünscht ist, und gab eine Warnung heraus, nachdem eine KI-Marketingplattform damit begonnen hatte, einen Dienst zu bewerben, der vorgab, die Markenbekanntheit durch die automatische Generierung oder den Kauf von Markenerwähnungen zu erhöhen.

Was bedeutet das alles für Digitalmarketer im Jahr 2026?

Auch wenn die Aktualisierungen vom Juni viele Erkenntnisse liefern, gibt es einige sehr wichtige Punkte, die jeder Marketer im Hinblick auf 2026 beachten sollte.

Die Suchlandschaft hat sich stark fragmentiert. Organischer Traffic, KI-Übersichten, ChatGPT, Perplexity und Copilot bilden nicht mehr eine Einheit; es handelt sich um separate Kanäle mit eigenen Regeln und Metriken. Wenn Ihre Berichte immer noch alles unter „organischen Sitzungen“ zusammenfassen, tappen Sie im Dunkeln.

Bezahlte Werbung wird zunehmend an Agenten ausgelagert. Googles neues Gebotssystem, Metas KI-gestützte Kreativtools und die Verbreitung von ChatGPT-Anzeigen führen dazu, dass die manuellen Kontrollmechanismen, die PPC-Manager jahrelang genutzt haben, verschwinden. Der Job besteht nun eher aus dem Verfassen von Briefings, dem Festlegen von Richtlinien und der Erfolgskontrolle als aus der detaillierten Gebotssteuerung.

Inzwischen richtet sich Ihre Website nicht mehr nur an Menschen. Bots sind bereits in der Überzahl, automatisiertes Surfen hält Einzug in Android-Geräte, und Lighthouse bewertet nun, wie gut Maschinen Ihre Website nutzen können. Die technischen Optimierungsarbeiten, die Teams lange vernachlässigt haben, wirken sich nun direkt auf den Umsatz aus.

Trotz allem bleibt die Inhaltsqualität unverändert (Content ist nach wie vor König). Klare Beschreibungen, stichhaltige Beweise, thematische Tiefe, eine klare Struktur und eine konsistente Markenstory sind der Schlüssel zu hochwertigem Content. Daran ändert sich in diesem zweiwöchigen Zeitraum nichts. Die Folgen einer Missachtung werden lediglich schwerwiegender.

Für 2026 ist die To-do-Liste kurz und dringlich: Machen Sie Ihre Website fit für den Google-Agenten, bevor Chrome Auto-Browsing weiter ausbaut, überarbeiten Sie Ihr PPC-Targeting vor Googles Stichtag am 17. August, beginnen Sie mit der Messung der KI-Sichtbarkeit mithilfe der neuen Berichte der Search Console und der Bing Webmaster Tools, finden Sie heraus, wie Sie den KI-Arbeitsbereich von Meta nutzen können, ohne Ihre Markenstimme zu verlieren, und veröffentlichen Sie weiterhin Inhalte, die ein echter Mensch tatsächlich mit einem anderen echten Menschen teilen würde, denn jede Studie zu KI-Zitaten sagt immer noch dasselbe: Zugänglichkeit, Suchmaschinenranking und Autorität sind das, was dafür sorgt, dass Sie gefunden werden.


Über den Autor
Bild von Toni Ross

Toni Ross

Toni Ross ist Senior Copywriter bei ALM Corp und bereichert das Content-Team mit ihrem fundierten redaktionellen Hintergrund und ihrer forschungsorientierten Arbeitsweise. Sie verfügt über umfassende Erfahrung in SEO-optimiertem Schreiben, redaktioneller Leitung und Content-Strategie in den Bereichen Technologie, Personalwesen und Finanzen.