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Snap-Quartalszahlen: Moderates Nutzer- und Umsatzwachstum im Jahr 2026

Snap meldet moderates Nutzer- und Umsatzwachstum im zweiten Quartal

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Snap Inc. schloss das zweite Quartal mit einem leichten Zuwachs ab. Die Muttergesellschaft von Snapchat gewann im Vergleich zum ersten Quartal weltweit 10 Millionen täglich aktive Nutzer hinzu. Auch der Umsatz stieg auf 1.6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 4 % gegenüber dem Vorquartal und 19 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahlen sind zufriedenstellend, doch bei genauerer Betrachtung erscheint die Gesamtlage bestenfalls durchwachsen.

Snapchat verzeichnete in seinen beiden wichtigsten Regionen, den USA und der EU, einen Rückgang der täglich aktiven Nutzer. Angesichts der Marktsättigung sozialer Medien und der Konzentration der Werbeeinnahmen in diesen Regionen wäre eine ähnliche Entwicklung besorgniserregend. Glücklicherweise blieb die Lage in den USA für Snap stabil, und in der EU wurde im Vergleich zum ersten Quartal sogar ein Zuwachs von einer Million täglich aktiver Nutzer verzeichnet. Das Gesamtwachstum fiel jedoch weiterhin relativ gering aus, und die meisten neuen Nutzer kamen – wie bereits in den letzten Quartalen – von außerhalb dieser beiden Regionen.

Das Wachstum außerhalb der Kernmärkte von Snap setzt sich fort.

Die Mehrheit der 10 Millionen neuen täglich aktiven Nutzer stammte aus Ländern außerhalb der USA und der EU. Sie gehörten zur Region „Übrige Welt“, wobei Indien eines der am schnellsten wachsenden Länder war. Laut dem Bericht vom Juni hat sich die Anzahl der Werbetreibenden auf Snapchat in den letzten zwei Jahren verzehnfacht. Dieses Segment scheint somit eine wichtige Wachstumsquelle für das Unternehmen zu sein, das derzeit in den USA und der EU mit Schwierigkeiten beim organischen Wachstum zu kämpfen hat.

Das Problem besteht darin, dass Nutzer außerhalb der Kernmärkte von Snap in der Regel weniger Umsatz generieren als Nutzer in den USA und der EU. Zudem ist ihre Gewinnung deutlich zeit- und ressourcenaufwändiger. Sollte die Monetarisierung dieses Segments weiterhin schwierig bleiben, wird das Umsatzwachstum von 4 % in Verbindung mit dem langsameren Nutzerwachstum in den USA und der EU problematisch.

Sowohl Werbung als auch Abonnements trugen zu den Umsatzsteigerungen bei.

Was den Umsatz betrifft, berichtete Evan Spiegel, CEO von Snap, für das zweite Quartal von einem Anstieg der Werbeeinnahmen um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieses Wachstum war zwar beachtlich, fiel aber deutlich geringer aus als die Verbesserungen bei den übrigen Einnahmequellen des Unternehmens. Insbesondere die Einnahmen aus anderen Quellen stiegen im Jahresvergleich um 85 Prozent auf 316 Millionen US-Dollar und trugen damit maßgeblich zum Gesamtgewinn des Unternehmens bei.

Der deutliche Anstieg wurde durch die Einführung des Premium-Abonnements Lens+ erzielt, das Nutzern einen früheren Zugriff auf die Augmented- und Artificial-Reality-Tools des Unternehmens ermöglicht als Nichtzahlern. Zusätzlich trug ein erweiterter Speicherplan für Memories, der gegen eine Gebühr mehr Medien in der App speichern kann, zum Wachstum bei. Insgesamt hat sich das Abonnementmodell des Unternehmens als sehr effektiv erwiesen und ihm neben Werbung eine alternative Einnahmequelle erschlossen.

Trotz des beeindruckenden statistischen Anstiegs sind jedoch nur etwa 3 Prozent der monatlich aktiven Nutzer bereit, für ein Snapchat-Abonnement zu bezahlen. Dieser niedrige Prozentsatz verdeutlicht eine der größten Herausforderungen der aktuellen Geschäftsmodelle von Social-Media-Unternehmen. Abgesehen von Werbung bieten die meisten Zusatzdienste den Nutzern lediglich geringfügige Komfortverbesserungen. Obwohl sie zu den Unternehmenseinnahmen beitragen, können sie daher nicht mit traditionellen Werbemethoden konkurrieren. Werbung wird daher vorerst die wichtigste Einnahmequelle des Unternehmens bleiben, weshalb das verlangsamte Nutzerwachstum, insbesondere in den USA und der EU, für Investoren so besorgniserregend ist.

Snapchats Wachstumstreiber für Nutzerinteraktionen befindet sich im stillen Aufstieg.

Eine bestimmte Kennzahl scheint das Nutzerengagement bei Snapchat geradezu spektakulär anzukurbeln. Diese Kennzahl bezieht sich auf Spotlight, das TikTok-ähnliche Produkt des Social-Media-Unternehmens. Laut Spiegel ist die Anzahl der Spotlight-Creator im Vergleich zum Vorjahr um über 115 Prozent gestiegen, während die täglichen Aufrufe um mehr als 20 Prozent zugenommen haben. Insgesamt hat sich die Verweildauer der Nutzer in der App im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent erhöht.

Es mutet geradezu ironisch an, dass Snapchat solche Zahlen vorweisen kann, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen in der Vergangenheit bei bestimmten Social-Media-Formaten stets Vorreiter war und dann seine Nutzer an die Konkurrenz verlor. Insbesondere Instagram kopierte Snapchats „Stories“-Funktion kurz nach deren Einführung 2016 und besiegelte damit letztendlich deren Schicksal. Umso erfreulicher ist es, dass das Unternehmen nun aktiv seine eigene TikTok-Alternative bewirbt und sich davon einen Wettbewerbsvorteil gegenüber größeren Konkurrenten verspricht.

Laut Spiegel ist eine weitere positive Entwicklung für Snapchat in den letzten Monaten das gestiegene Nutzerengagement jenseits der Teenager und jungen Erwachsenen. Die Zahl der US-Nutzer ab 35 Jahren, die den Dienst monatlich nutzen, steigt quartalsweise. Diese Nutzergruppe ist für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung, da sie in der Regel über eine deutlich höhere Kaufkraft verfügen als jüngere Nutzer. Gleichzeitig nähert sich die Gesamtzahl der monatlich aktiven Snapchat-Nutzer weiterhin langsam der Milliardengrenze.

Spekulationen bleiben der größte Unsicherheitsfaktor

Jede Diskussion über Snaps Zukunftsaussichten wird sich wahrscheinlich auf Specs konzentrieren, die Augmented-Reality- und KI-Brille des Unternehmens, für die im Juni Vorbestellungen gestartet wurden. Die Produkteinführung von Specs verlief nicht ganz reibungslos, da viele Online-Medien sich eher darauf konzentrierten, wie unvorteilhaft die Brille auf den Köpfen der Werbemodels aussah, anstatt auf die darin enthaltene Technologie.

Die Tatsache, dass Specs für alle, die sie vorbestellen konnten, 2,195 Dollar kosten, scheint ein weiterer Rückschlag für das Unternehmen zu sein, was bedeutet, dass das Produkt außerhalb eines sehr kleinen Marktes, der bereit und in der Lage ist, solche Summen für Spitzentechnologie zu zahlen, wahrscheinlich nur sehr begrenzt Anklang finden wird.

Snap scheint einen schweren Stand zu haben, um Specs zu realisieren und den aufstrebenden Markt für Augmented-Reality-Brillen zu dominieren, da Meta und Apple, zwei Unternehmen mit deutlich größeren finanziellen Ressourcen, ebenfalls an ähnlichen Produkten arbeiten sollen.

Die Kosten für die Markteinführung solcher Produkte scheinen enorm hoch zu sein, was Snap vor große Herausforderungen stellt. Das Unternehmen muss seine bestehenden Verpflichtungen gegenüber seinen Werbedienstleistungen mit dem angestrebten wirtschaftlichen Erfolg von Specs in Einklang bringen. Spiegel betonte, dass man die Investitionen in Specs sorgfältig abwägen werde, um die Zukunft des Unternehmens nicht zu gefährden, sollte sich der Markt für Brillenträger als zu klein und zu unbeständig erweisen. Diese Sorge erscheint berechtigt, nicht zuletzt, weil das Unternehmen noch nicht bewiesen hat, dass sein aktuelles Geschäftsmodell auch nur annähernd so profitabel ist wie das, das Specs letztendlich ersetzen soll.

Was dieses Quartal über die Zukunftsaussichten von Snap aussagte

Insgesamt deuten die Ergebnisse des jüngsten Quartalsberichts von Snap darauf hin, dass das Unternehmen in wichtigen Bereichen gut dasteht, aber auch vor Herausforderungen steht. Umsatz und Abonnentenzahlen steigen, und die Nutzung von Spotlight, Snaps Antwort auf TikTok, verzeichnet einen Rückgang der Nutzerzahlen. Das Nutzerwachstum in den lukrativsten Märkten stagniert jedoch, und die Aktienemission zur Finanzierung der kommenden AR-Brille – dem Bereich mit dem größten Wachstumspotenzial – verläuft schleppend.

Spiegel verwies auf ein Jahr Arbeit, in dem Snaps Monetarisierungsstrategie überarbeitet und das Angebot für Werbetreibende neu gestaltet wurde, und beschrieb das aktuelle Umfeld als eines, in dem das Unternehmen seine Fortschritte realisiert habe. Er skizzierte einen Geschäftsplan, der auf einem neuen, KI-gestützten Betriebsmodell basiert und es Snap ermöglichen soll, Nutzern und Werbetreibenden einen besseren Service zu bieten. Im Wesentlichen sagte er, es sei an der Zeit, das Skalierungspotenzial des Unternehmens durch kontinuierliches Engagement und Monetarisierung voll auszuschöpfen. Dies wiederum würde Snaps Cashflow ankurbeln und eine solidere operative Basis schaffen, während gleichzeitig die Investition in Specs bestätigt würde. Abgesehen von der Nutzung KI-gestützter Effizienz zur Steigerung der Rentabilität des bestehenden Geschäfts geht aus dieser Analyse jedoch nicht hervor, ob Snap konkrete Möglichkeiten sieht, wie die Technologie über die Gewinnmaximierung hinaus einen Beitrag leisten kann.

Aktuell erscheint es daher sinnvoll, Snap als ein Unternehmen zu betrachten, das versucht, Investitionen und Wachstum kurzfristig in Einklang zu bringen und sich gleichzeitig so zu positionieren, dass es von einer zukünftigen Marktentwicklung massiv profitieren kann. Dieser Ansatz sollte es Snap ermöglichen, weiterhin von seinem bestehenden Geschäft zu profitieren, selbst wenn es Schwierigkeiten hat, das Nutzerwachstum im gleichen Maße zu erzielen. Gleichzeitig muss sich zeigen, ob die anfängliche Kapitalspritze aus der Aktienausgabe ausreicht, um die weiterreichenden Ziele zu finanzieren.

Häufig gestellte Fragen

Frage 1: Wie viele neue Nutzer konnte Snapchat im zweiten Quartal gewinnen?

Snapchat meldete im Vergleich zum ersten Quartal einen Zuwachs von 10 Millionen täglich aktiven Nutzern weltweit. Die Mehrheit davon stammt, wie bereits seit mehreren Quartalen, aus Ländern außerhalb der USA und der EU.

Frage 2: Wie hoch war der Umsatz, den Snap im zweiten Quartal auswies?

Der Umsatz des Unternehmens belief sich auf 1.6 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg gegenüber dem Vorquartal (4 %) und dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (19 %) entspricht.

Frage 3: War die Wachstumsrate in den USA und der EU für Snap nicht zufriedenstellend?

Die Nutzerzahlen in den USA blieben im Vergleich zum Vorquartal unverändert. In der EU stiegen sie nur leicht an und brachten rund 1 Million täglich aktive Nutzer hinzu.

Frage 4: Was treibt den Anstieg der Abonnementumsätze bei Snapchat an?

Die Einnahmen aus Abonnements wuchsen am stärksten, während die Einnahmen außerhalb der Werbung im Vergleich zum Vorjahr um 85 % stiegen. Sie erreichten 316 Millionen US-Dollar, hauptsächlich getrieben durch Snapchat+.

Frage 5: Welcher Prozentsatz der Snapchat-Nutzer kauft ein Abonnement?

Weniger als 3 % der monatlich aktiven Nutzer des Unternehmens erwerben ein Abonnement für einen der Abonnementdienste von Snapchat.

Frage 6: Wie schlägt sich die Spotlight-Videofunktion von Snapchat im Vergleich zum Vorjahr?

Es scheint sich außerordentlich gut zu entwickeln, denn die Zahl der Personen, die dort Beiträge veröffentlichen, ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 115 % gestiegen, und die Zahl der täglichen Aufrufe hat sich um mehr als 20 % erhöht.

Frage 7: Was sind Specs und wie viel kostet es?

Specs ist die Augmented-Reality-Brille von Snap und kostet 2,195 US-Dollar. Vorbestellungen sind ab Juni 2024 möglich.

Frage 8: Wie hat die Öffentlichkeit auf diese Produkteinführung reagiert?

Die Produkteinführung wurde schlecht aufgenommen, wobei sich die meiste Kritik auf das unbequeme Design der Brille richtete, das die Möglichkeit, die Brille über längere Zeiträume zu tragen, einschränkte.

Frage 9: Wer sind Snapchats Hauptkonkurrenten auf dem Markt für Augmented-Reality-Brillen?

Meta und Apple sind die prominentesten Konkurrenten des Unternehmens in diesem Bereich; beide verfügen über weitaus mehr Ressourcen als Snap.

Frage 10: Was sagte Evan Spiegel bezüglich der Investition des Unternehmens in Specs?

Spiegel erklärte, Snap plane, seine Investitionen in Specs schrittweise zu steuern, um potenzielle Verluste zu begrenzen. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen angesichts der noch unklaren Marktnachfrage vorsichtig agiert, wie viel es in das Projekt investiert.

Über den Autor
Bild von Daniel Beauregard

Daniel Beauregard

Daniel Beauregard ist Manager für Content-Strategie bei ALM Corp. Mit seinem journalistischen Hintergrund und seiner langjährigen Erfahrung im Texten und Redigieren bringt er eine scharfsinnige redaktionelle Perspektive und strategisches Denken in jede Initiative ein. Seine Arbeit verbindet die Disziplin des Storytellings mit datengestützter Strategie und sorgt so für Konsistenz, Qualität und messbare Wirkung im gesamten Content-Portfolio von ALM.